Eigenverbrauch vs. Einspeisung

Warum sich die Rechnung bei Photovoltaik 2026 komplett gedreht hat

Vor zehn Jahren war die Logik einfach: Photovoltaikanlage aufs Dach, möglichst viel Strom ins Netz einspeisen, staatliche Vergütung kassieren, fertig!

Diese Rechnung funktioniert heute nicht mehr. Wer eine PV-Anlage plant oder schon eine besitzt, sollte umdenken – denn der wahre Gewinn liegt heute nicht mehr im Verkauf des Stroms, sondern im eigenen Verbrauch. Was das konkret bedeutet und wie ein Batteriespeicher dabei hilft, zeigen wir im Detail.

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⇢ Der Grund ist simpel

Strompreise und Einspeisevergütung haben sich in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Während die Einspeisevergütung seit Jahren regelmäßig sinkt, sind die Strompreise für Endkunden auf einem deutlich höheren Niveau geblieben als noch vor der Energiekrise. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und direkt verbrauchen, ersetzt eine Kilowattstunde, die Sie sonst für 30 Cent oder mehr vom Energieversorger kaufen müssten. Speisen Sie diese Kilowattstunde stattdessen ins Netz ein, erhalten Sie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen August 2026 und Januar 2027 in Betrieb gehen, lediglich 7,71 Cent bei Überschusseinspeisung beziehungsweise 12,23 Cent bei Volleinspeisung. Der Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Einspeisung liegt damit bei grob 18 bis 22 Cent pro Kilowattstunde – ein Betrag, der sich über die Nutzungsdauer einer Anlage schnell summiert.

⇢ Was der 20-Jahres-Bestandsschutz bedeutet

Ein wichtiger Pluspunkt der Einspeisevergütung bleibt trotz sinkender Sätze bestehen: Der Vergütungssatz, der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt, wird für 20 Jahre festgeschrieben und ändert sich danach nicht mehr – unabhängig davon, wie sich Gesetzgebung oder Marktpreise künftig entwickeln. Das schafft Planungssicherheit für den Teil des Stroms, den Sie nicht selbst nutzen können, etwa an sonnigen Tagen mit geringem Hausverbrauch. Trotzdem gilt: Diese Sicherheit ersetzt keine aktive Strategie. Wer seinen Eigenverbrauchsanteil erhöht, verbessert die Wirtschaftlichkeit seiner Anlage über die gesamte Laufzeit deutlich stärker, als es die Einspeisevergütung je leisten könnte.

⇢ Wie ein Batteriespeicher den Eigenverbrauch erhöht

Das Grundproblem der Photovoltaik ist zeitlicher Natur: Die Sonne liefert Strom vor allem mittags, während in vielen Haushalten der größte Verbrauch am Abend anfällt – beim Kochen, Fernsehen oder Laden des Elektroautos. Ein Batteriespeicher schließt diese Lücke, indem er tagsüber überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und ihn abends oder nachts wieder zur Verfügung stellt. Der Effekt ist messbar: Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil bei den meisten Haushalten typischerweise zwischen 25 und 35 Prozent des erzeugten Stroms. Mit einem passend dimensionierten Speicher lassen sich 60 bis 70 Prozent erreichen. Das bedeutet konkret: Statt zwei Drittel Ihres Solarstroms für wenige Cent ins Netz zu geben, nutzen Sie ihn selbst und sparen den vollen Strompreis.

⇢ Die richtige Speichergröße finden

Ein Speicher lohnt sich nur, wenn seine Größe zum tatsächlichen Verbrauchsprofil des Haushalts passt. Ist der Speicher zu groß dimensioniert, steigen die Anschaffungskosten, ohne dass ein entsprechend höherer Nutzen entsteht – die Anlage amortisiert sich dann langsamer. Ist er zu klein, bleibt ein Teil des möglichen Eigenverbrauchs ungenutzt, weil an sonnenreichen Tagen der Speicher schon mittags voll ist und der überschüssige Strom trotzdem ins Netz fließt. Als grobe Orientierung gilt: Die Speicherkapazität sollte sich am Tagesverbrauch und an der Anlagengröße orientieren, nicht an einer pauschalen Kilowattstunden-Zahl. Eine genaue Bedarfsanalyse durch eine Fachkraft – auf Basis von Lastprofil, Haushaltsgröße und geplanten Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Elektroauto – ist hier der entscheidende Schritt, um weder zu viel noch zu wenig Speicher zu kaufen.

⇢ Praktische Tipps für den Alltag

Auch ohne große Investition lässt sich der Eigenverbrauch oft steigern: Verbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wallbox lassen sich zeitlich in die sonnenreichen Mittagsstunden verlegen, wenn die Anlage am meisten Strom liefert. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein Elektrofahrzeug betreibt, kann diese gezielt mit dem Solarertrag koppeln, etwa über ein Energiemanagementsystem, das Verbraucher automatisch dann einschaltet, wenn genug PV-Strom zur Verfügung steht. Ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) macht den eigenen Verbrauch zudem sichtbar und hilft, das eigene Nutzungsverhalten gezielt anzupassen.

⇢ Fazit und Handlungsempfehlung

Die Einspeisevergütung ist heute eine Absicherung, kein Renditetreiber. Der eigentliche wirtschaftliche Hebel liegt im Eigenverbrauch – und ein gut dimensionierter Batteriespeicher ist dafür oft der wichtigste Baustein. Bevor Sie sich für eine bestimmte Speichergröße entscheiden, lohnt sich eine individuelle Verbrauchsanalyse durch eine Fachkraft: Sie zeigt, welche Kombination aus Anlagenleistung, Speicherkapazität und Nutzungsverhalten für Ihr Haus tatsächlich die beste Wirtschaftlichkeit bringt.

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